Eine schöne Website ist noch keine gute Website
Ihre Website sieht modern aus. Die Farben passen. Die Bilder sind hochwertig. Das Logo sitzt sauber oben links und auf dem Smartphone verrutscht auch nichts.
Eigentlich müsste das Telefon jetzt klingeln.
Tut es aber nicht.
Das ist kein ungewöhnliches Problem. Denn eine schöne Website und eine Website, die Kunden gewinnt, sind zwei verschiedene Dinge.
Gutes Design ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Aber Design allein verkauft ungefähr so zuverlässig wie ein frisch gestrichener Laden, den niemand findet und bei dem keiner weiß, was es dort eigentlich gibt.
Eine Unternehmenswebsite hat mehr Aufgaben als nur gut auszusehen. Sie muss gefunden werden, in wenigen Sekunden verständlich sein, Vertrauen aufbauen und den Besucher gezielt zum nächsten Schritt führen.
Schauen wir uns die wichtigsten Stellschrauben an.
1. Der Besucher muss sofort verstehen, was Sie anbieten
Viele Unternehmenswebsites beginnen mit großen Bildern und Aussagen wie:
„Willkommen bei uns.“
„Qualität aus Leidenschaft.“
„Ihr zuverlässiger Partner seit 1998.“
Das klingt freundlich. Nur beantwortet es die wichtigste Frage des Besuchers nicht:
Was bekomme ich hier eigentlich?
Ein neuer Besucher kennt Ihr Unternehmen nicht. Er weiß nicht, was hinter Ihrem Firmennamen steckt. Deshalb sollte der obere Bereich Ihrer Startseite möglichst schnell drei Fragen beantworten:
- Was bieten Sie an?
- Für wen bieten Sie es an?
- Warum sollte der Besucher weiterlesen oder Kontakt aufnehmen?
Aus „Willkommen bei Müller & Partner“ wird beispielsweise eine konkrete Aussage wie:
„Badsanierung und Heizungsmodernisierung für Privatkunden im Raum Koblenz.“
Nicht besonders poetisch. Dafür versteht der Besucher sofort, ob er richtig ist.
Und Google übrigens auch.
2. Eine Website braucht einen klaren Weg
Stellen Sie sich eine Website wie ein Geschäft vor.
Der Besucher kommt durch die Tür und steht plötzlich vor zwölf Türen. Über einer steht „Unternehmen“, über einer „Philosophie“, über einer „Kompetenzen“, irgendwo hinten hängt ein Schild „Kontakt“.
Viel Spaß bei der Schnitzeljagd.
Genau so funktionieren noch erstaunlich viele Websites.
Eine gute Startseite führt den Besucher. Sie entscheidet, welche Informationen zuerst wichtig sind und welche später kommen.
Ein sinnvoller Aufbau kann beispielsweise so aussehen:
1. Klare Aussage zum Angebot 2. Wichtigste Leistungen 3. Vorteile oder Besonderheiten 4. Vertrauenselemente 5. Beispiele oder Referenzen 6. Häufige Fragen 7. Klare Kontaktmöglichkeit
Nicht jede Website braucht exakt diesen Aufbau. Aber jede Website braucht eine erkennbare Richtung.
3. Besucher brauchen einen Grund, Ihnen zu vertrauen
Sie wissen, dass Sie gute Arbeit leisten. Der Besucher weiß es nicht.
Genau hier liegt ein häufiger Denkfehler.
Unternehmen beschreiben ausführlich ihre Leistungen, vergessen aber die Belege dafür.
Vertrauen entsteht beispielsweise durch:
- echte Referenzen
- nachvollziehbare Kundenstimmen
- konkrete Arbeitsbeispiele
- Fotos aus dem Unternehmen
- verständliche Informationen zum Ablauf
- Ansprechpartner mit Namen und Gesicht
- Zertifikate oder Qualifikationen, wenn sie tatsächlich relevant sind
Besonders bei regionalen Dienstleistern und Handwerksbetrieben sind echte Bilder oft wertvoller als das nächste perfekt ausgeleuchtete Stockfoto eines lächelnden Menschen mit Klemmbrett.
Der Besucher möchte wissen: Wer kommt zu mir? Wie arbeitet dieses Unternehmen? Kann ich mich darauf verlassen?
Die Website sollte diese Fragen beantworten.
4. Gute Leistungen nützen wenig, wenn Google sie nicht versteht
Eine Website kann hervorragend aussehen und trotzdem bei Google nahezu unsichtbar bleiben.
Das passiert häufig, wenn Gestaltung und Suchmaschinenoptimierung getrennt betrachtet werden.
Für lokale Unternehmen ist besonders wichtig, dass Google erkennen kann:
- welche Leistungen angeboten werden
- in welcher Region das Unternehmen tätig ist
- welche Seiten für welche Suchanfragen relevant sind
- wie das Unternehmen thematisch einzuordnen ist
Wenn ein Elektriker aus Neuwied auf seiner Website lediglich schreibt, er biete „individuelle Lösungen rund um moderne Technik“, ist das sprachlich hübsch, für eine konkrete Suche aber wenig hilfreich.
Begriffe wie Elektroinstallation, Wallbox, Photovoltaik-Anschluss oder Smart Home sind wesentlich eindeutiger, sofern genau diese Leistungen angeboten werden.
SEO beginnt deshalb nicht mit irgendeinem geheimnisvollen Google-Trick. Es beginnt mit Klarheit.
5. Jede wichtige Leistung braucht genügend Raum
Ein weiterer Klassiker: Auf einer einzigen Seite stehen zehn Leistungen untereinander, jeweils mit zwei Sätzen Beschreibung.
Für Besucher ist das häufig zu wenig. Für Suchmaschinen ebenfalls.
Wenn eine Leistung wirtschaftlich wichtig ist, verdient sie meist eine eigene, vernünftig aufgebaute Seite.
Dort können Sie erklären:
- welches Problem Sie lösen
- was genau die Leistung umfasst
- für wen sie geeignet ist
- wie die Zusammenarbeit abläuft
- welche Fragen häufig auftreten
- wie Interessenten Kontakt aufnehmen können
Damit wird aus einer digitalen Visitenkarte ein tatsächliches Informations- und Vertriebsinstrument.
6. Der Kontakt darf kein Suchspiel sein
Ein Interessent hat sich durch Ihre Website gearbeitet und ist überzeugt.
Jetzt möchte er Kontakt aufnehmen.
Und nun beginnt die Expedition.
Telefonnummer nur im Impressum. Kontaktformular irgendwo im Menü. Kein sichtbarer Button. Auf dem Smartphone muss man erst wieder nach oben scrollen.
Das ist unnötige Reibung genau an der Stelle, an der aus einem Besucher ein Interessent werden kann.
Kontaktmöglichkeiten sollten deshalb gut sichtbar und sinnvoll verteilt sein.
Je nach Unternehmen können das sein:
- Anfrage senden
- Erstgespräch vereinbaren
- Angebot anfordern
- Rückruf anfordern
- telefonisch Kontakt aufnehmen
Wichtig ist nicht, möglichst viele Buttons einzubauen. Wichtig ist, dem Besucher einen klaren nächsten Schritt anzubieten.
7. Auch der Text muss verkaufen können
Viele Websites sind entweder voller Werbesprache oder voller Fachsprache.
Beides kann Besucher vertreiben.
Gute Webtexte übersetzen Leistungen in verständlichen Kundennutzen.
Statt nur zu schreiben:
„Wir bieten innovative und individuelle Lösungen mit höchstem Qualitätsanspruch.“
ist es besser, konkret zu erklären, was Sie machen und welches Problem Sie damit lösen.
Je konkreter ein Text ist, desto glaubwürdiger wirkt er meistens.
Der Besucher muss keine Werbebroschüre lesen. Er braucht Antworten.
8. Mobil entscheidet sich oft, ob jemand bleibt
Eine Website kann auf einem großen Bildschirm hervorragend aussehen und auf dem Smartphone trotzdem nerven.
Zu kleine Schrift, riesige Bilder, schwer erreichbare Buttons, lange Textblöcke oder eine komplizierte Navigation sorgen schnell dafür, dass Besucher abspringen.
Deshalb reicht es nicht, dass eine Website technisch „responsive“ ist.
Sie muss mobil tatsächlich angenehm benutzbar sein.
Prüfen Sie Ihre eigene Website einmal nicht als Inhaber, sondern als Interessent auf dem Smartphone:
Verstehen Sie das Angebot sofort? Finden Sie die wichtigsten Leistungen? Können Sie problemlos anrufen oder eine Anfrage senden?
Wenn Sie suchen müssen, muss Ihr Kunde ebenfalls suchen.
Sie brauchen deshalb nicht automatisch eine neue Website
Das ist die gute Nachricht.
Wenn eine Website technisch funktioniert und grundsätzlich ordentlich aufgebaut ist, muss nicht jedes Problem mit einem kompletten Relaunch beantwortet werden.
Oft bringen gezielte Verbesserungen bereits viel:
- Einstieg der Startseite klarer formulieren
- Navigation vereinfachen
- wichtige Leistungen besser darstellen
- lokale Suchbegriffe sinnvoll integrieren
- Kontaktmöglichkeiten sichtbarer machen
- Texte überarbeiten
- echte Bilder ergänzen
- einzelne Leistungsseiten ausbauen
- mobile Darstellung verbessern
Das ist häufig schneller und wirtschaftlicher, als die gesamte Website abzureißen und wieder von vorne anzufangen.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Ist meine Website schön?
Fragen Sie stattdessen:
Versteht ein potenzieller Kunde meine Website, findet er mich und weiß er anschließend, was er tun soll?
Wenn die Antwort dreimal Ja lautet, arbeitet Ihre Website bereits in die richtige Richtung.
Wenn nicht, lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Stellschrauben.
Denn Ihre Website muss keinen Designpreis gewinnen. Sie soll dafür sorgen, dass aus Aufmerksamkeit Vertrauen und aus Vertrauen eine Anfrage werden kann.
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Website konkret Potenzial liegen lässt, schauen wir sie uns gerne gezielt an. Oft reichen einige vernünftige Änderungen, statt gleich das komplette digitale Haus abzureißen.